Die Macht der Kommunikation in der Krise: Corona-Update unserer CCNE-Mitglieder aus ganz Europa

Dieser Podcast wurde von unserem Mitglied Fuzion Communications (Irland) produziert.

Worum geht es in diesem Pocast?
COVID-19 ist eine Krise, die viele Länder der Welt – und im Moment vor allem Europa – betrifft. Angesichts dieser außergewöhnlichen Situation ist es umso wichtiger, über ein Netzwerk erfahrener Kommunikatoren zu verfügen, die Unternehmen unterstützen. Unser Partner Greg Canty von Fuzion Communications (Irland) sprach mit allen CCNE-Mitgliedern für seinen Podcast Win Happy. So stellt sich die Situation in unseren verschiedenen Mitgliedsländern dar:

Italien – Eva Ploner für daviso
Italien ist eines der europäischen Länder, das sehr stark vom Coronavirus betroffen ist. Während der Aufzeichnung des Podcasts war in Italien bereits seit drei Wochen ein Ausgangssperre verhängt. Eva erzählt uns, dass die Kommunikation der Regierung den Menschen Angst macht. So sind Tausende von Menschen aus dem stark betroffenen Norden in ihre Heimatstädte im Süden des Landes geflohen. Als Folge davon werden wahrscheinlich die südlichen Regionen in den nächsten Wochen weiter leiden. Dies wäre verheerend für den Teil Italiens mit der geringsten Dichte an Krankenhäusern im ganzen Land. Die Medien verhindern diese Entwicklung nicht, denn eine objektive Berichterstattung ist aktuell Mangelware.

Spanien – María Luisa Moreo für Señor Lobo y Friends
In Spanien mussten sowohl die Bevölkerung als auch die Politik große Anstrengungen unternehmen, um zu verstehen, wie ernst die Corona-Krise wirklich ist. Insbesondere Pflegeheime sind ein Epizentrum für COVID-19-Ausbrüche. Die Maßnahmen der Regierung sind nicht immer nachvollziehbar, da die wichtigsten Politiker Quarantäneempfehlungen nicht ernst nehmen und es nicht genügend Tests auf das Virus gibt. María weist jedoch darauf hin, dass die Bemühungen des Gesundheitspersonals sehr geschätzt werden.

Großbritannien – Tim Toulmin für Alder Communication
In Großbritannien hat die Regierung die öffentlichen Restriktionen erhöht, dabei allerdings den Begriff „Lockdown“ vermieden. Die Öffentlichkeit ist der Meinung, dass es für das Land noch viel schlimmer kommen könnte. Tim erklärt uns, dass die gegenwärtige Situation eine Kombination aus der Ruhe vor dem eigentlichen Sturm und einem enormen gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Die Unterstützung für Regierungsmaßnahmen in der Bevölkerung ist sehr stark. Zu Beginn der Krise wurde diese Zustimmung jedoch durch einen durchgesickerten Plan des wissenschaftlichen Chefbüros überschattet: Er enthielt – konträr zum Vorgehen vieler anderer europäischer Staaten – durch kontrollierte Ansteckungen eine flächendeckende Immunität der Bevölkerung zu erreichen.

Deutschland – Matthias Glötzner und Kathrin Hansen für die Engel & Zimmermann AG
Matthias und Kathrin sehen das deutsche föderale System als die größte Herausforderung für die Fähigkeit Deutschlands, die Corona-Krise zu bewältigen. Dennoch hat die Bundesregierung endlich eine Einigung zwischen den Bundesländern erzielt. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist mit den politischen Maßnahmen einverstanden, befürchtet aber gleichzeitig, dass sich die Situation in Richtung Italien oder Spanien verändern könnte. Im Vergleich zu diesen Ländern hat Deutschland mehr Intensivbetten und bis heute eine niedrigere Sterblichkeitsrate. Neben den medizinischen Interventionen gibt es auch Überlegungen zur Erholung der Volkswirtschaft.

Dänemark – Christian Lemvigh für Corporate Matters
Der Ausbruch von COVID-19 in Dänemark wurde hauptsächlich durch Skitouristen verursacht, die von aus dem Italien-Urlaub zurückkehrten. Abgesehen vom Gesundheitswesen dreht sich die öffentliche Diskussion in Dänemark um die Arbeitslosenquoten und die finanziellen Aufwendungen, die das Land für die Krise aufbringen muss. Laut Christian hat die dänische Regierung die Krise bisher recht gut gemeistert. Die politischen Behörden haben sehr schnell mit finanziellen Maßnahmen reagiert. Leider mussten einige Unternehmen dennoch Mitarbeiter entlassen.

Irland – Deirdre Waldon und Greg Canty, Fuzion Communications
Obwohl Deirdre und Greg die Iren normalerweise als „rebellisches“ Volk bezeichnen würden, hat sich die Bevölkerung sehr an die von der Regierung aufgestellten Regeln gehalten. Abgesehen davon, veranlasst der öffentliche Druck die Menschen, zu Hause zu bleiben. Der Ernst der Lage wurde von Anfang an von den öffentlichen Behörden sehr deutlich gemacht – deshalb folgten die Menschen den Empfehlungen sehr schnell. Ein erschwerender Faktor in Irland ist derzeit die nicht existierende offizielle Regierung. Aufgrund der Tatsache, dass erst vor einem Monat Wahlen stattgefunden hatten, war der Entscheidungsprozess für ein Maßnahmenpaket kompliziert.

Niederlande – Huib Bannier für Van Hulzen Communicatie
Huib weist darauf hin, dass seine Agentur sich während der Krise digital weiterentwickeln will. In den Niederlanden gebe es bereits erste Anzeichen für ein Abflachung der Kurve. Die niederländische Bevölkerung ist optimistisch, dass das Land die Krise meistern wird. Diese Haltung könnte auch etwas mit dem derzeitigen Nationalhelden Jaap van Dissel zu tun haben: Der Direktor des Gesundheitsinstituts des Landes genießt großes Vertrauen in der Bevölkerung und hat einen großen Einfluss darauf, dass landesweite Restriktionen eingehalten werden.

Österreich – Norman Schirmer für Rosam.Grünberger Change Communications
In dieser Zeit der Krise befolgt die österreichische Bevölkerung die nationalen Regeln. Norman findet, dass die Regierung bei ihrem Krisenmanagement gut abschneidet: Pressekonferenzen finden fast täglich statt, es gab eine außerordentliche Ansprache des Bundespräsidenten und die Regierung hat TV-Werbespots und andere Marketingmaßnahmen entwickelt, um zu informieren.

Belgien – Stijn Pieter für PM Risk, Crisis and Change
Ähnlich wie in den Niederlangen ist auch in Belgien bereits ein Abflachen der Kurve von Coronainfektionen zu beobachten. Stijn ist überzeugt, dass dies auch auf die schnelle Reaktion der Behörden zurückzuführen ist. Obwohl mitten in der Regierungsbildung, konnten Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung schnell eingeführt werden. Das Land konnte dabei von seinen Erfahrungen aus dem Krisenmanagement der Terroranschläge von 2016 profitieren. Die Bevölkerung hält sich an Ausgangsbeschränkungen und reagiert positiv auf die öffentliche Kommunikation.